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Unabhängiger Nachrichtendienst rund ums Impfen  Ausgabe Nr. 15/2005
Von Eltern für Eltern                               31. August 2005
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Macht die Grippeimpfung Sinn?
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Hans U. P. Tolzin
Macht die Grippeimpfung Sinn? -
Was deutsche Gesundheitsbehörden verschweigen

Anfang Dezember 2004 stellte das Robert-Koch-Institut (RKI), die
höchste deutsche Gesundheitsbehörde für die Bekämpfung von Infekti-
onskrankheiten, nach einem Ausbruch von Virusgrippe in einem Senio-
renwohnheim fest: "Bewohner mit einer zeitgerechten Grippeschutz-
impfung hatten die gleiche Wahrscheinlichkeit zu erkranken wie
ungeimpfte Bewohner." (1) Ist die Grippeimpfung wirkungslos oder
handelt es sich um einen Einzelfall oder Irrtum? Nachfolgend einige
nachdenkenswerte Fakten über die Grippeimpfung.

Fragwürdiger Nutzennachweis

Das Problem fängt bereits bei den Zulassungsstudien an. Der Nutzen
der Impfstoffe wird durch die zuständige Zulassungsbehörde, dem
Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nicht etwa daran gemessen, ob sie den
Ausbruch einer Krankheit tatsächlich verhindern, sondern an ihrer
Fähigkeit, die Menge der spezifischen Antikörper im Blut zu erhö-
hen. Eine systematische Nachkontrolle nach der Zulassung, die den
tatsächlichen Wirkungsgrad erfasst, hält man nicht für erforder-
lich, was auch manchen Ärzten Anlass zur Besorgnis gibt. (2)

Wir wissen also nicht mit letzter Sicherheit, ob der bei der Zulas-
sung festgestellte erhöhte Antikörpertiter auch tatsächlich Immuni-
tät gegenüber einer spezifischen Krankheit bedeutet. Das RKI gibt
selbst zu, dass die Titerhöhe nur eine Ersatzmessgröße ist, da
selbst aus schulmedizinischer Sicht nicht allein die Titerhöhe über
den Grad der Immunität entscheidet. (3)

Tatsächlich schwankt der Wirkungsgrad selbst nach offiziellen
Schätzungen zwischen 30 und 90 %. (4)

Darüber hinaus gibt es Studien, die einen Nutzen zweifelhaft er-
scheinen lassen. Eine davon wurde in der renommierten medizinischen
Fachzeitschrift JAMA im Sept. 2003 veröffentlicht. Die Studie soll-
te der Frage nachgehen, ob die Grippeimpfung bei Kindern einen
zusätzlichen Schutz gegen Mittelohrentzündung bietet. Das Ergebnis
erbrachte nicht nur den Nachweis, dass dies nicht der Fall ist,
sondern auch, dass die geimpften Kinder insgesamt häufiger und
länger krank waren als die ungeimpfte Kontrollgruppe. (5)

Die WDR-Sendung "rundum gesund" zitierte am 20. Sept. 2004 das
Ergebnis einer amerikanischen Studie, die den Gesundheitszustand
von gegen Grippe Geimpften und nur mit einem Placebo geimpften
Belegschaftsmitglieder der Ford-Werke miteinander verglich:

"Dabei zeigte sich, dass der tatsächlich gegen Grippe geimpfte Teil
der Belegschaft im folgenden Winter deutlich öfter zum Arzt ging,
mehr Tage an Erkältungsbeschwerden litt und sich häufiger krank
melden musste, als der nur mit Placebo geimpfte Teil der Beleg-
schaft."

Die Internet-Version der Sendung musste übrigens auf Betreiben
einer als Impflobby auftretenden Gruppierung wegen ihrer "Einsei-
tigkeit" vom Server gelöscht werden. Konkrete sachliche Fehler
konnten Mitglieder dieser im Internet sehr aktiven Gruppe jedoch
auch nach mehrfacher Nachfrage nicht benennen.

Weniger Grippe durch mehr Impfungen?

Im Jahr 1997 gab es noch 7 zugelassene Grippe-Impfstoffe, bis zum
Jahr 2004 waren es 14, also doppelt so viele. Während des Winters
1992/1993 wurden noch 2,5 Mio. Dosen verimpft, im Winter 2003/2004
waren es 14,9 Mio. Dosen, also fast 6 Mal so viel.

Sind im gleichen Zeitraum die Erkrankungs- und Todesfälle bei In-
fluenza zurückgegangen? Das statistische Bundesamt liefert uns für
laborbestätigte Influenza-Todesfälle die Zahlen erst ab 1998. In
jenem Jahr waren es 11, dann 34, 22, 9 und 2002 waren es 10 erfass-
te Fälle.

Meldezahlen über Influenzaerkrankungen liegen uns erst mit Inkraft-
treten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ab 2001 vor. Im Jahr
2001 waren es 2487, 2002 waren es 2574 und 2003 waren es 8473 ge-
meldete Fälle.

Herstellerunabhängige Statistiken liefern somit keinerlei Hinweis,
dass die jährlichen Influenza-Epidemien durch die wachsende Anzahl
von Impfstoffen und verimpften Dosen verringert wurden.

Unbekannte Dunkelziffer bei Nebenwirkungen und Impfschäden

Diesem "Nutzen" stehen Impfkomplikationen mit einer Dunkelziffer
von unbekannter Höhe gegenüber. Entsprechende Bedenken scheinen
gerade unter medizinischem und pflegendem Personal weit verbreitet
zu sein: Dort liegt die Grippe-Durchimpfungsrate mit geschätzten 10
- 15 % besonders niedrig. (6)

Dies ist möglicherweise kein Zufall: So wurde uns wiederholt von
Fällen berichtet, dass auf Grippeimpfungen in Altenheimen eine
regelrechte Krankheitswelle folgte.

Da bei den Zulassungsstudien die Zahl der Testpersonen naturgemäß
beschränkt ist, können nur Nebenwirkungen, die häufiger als 1:500
bis 1:3000 auftreten, überhaupt erfasst werden. (7) Dies könnte
z.B. zur Folge haben, dass eine lebenslange Lähmung, die einmal bei
5000 Impfungen auftritt, einfach unter den Tisch fällt.

Dazu kommt, dass nur gesunde Testpersonen in die Studien aufgenom-
men werden. Allergiker und andere chronisch Kranke mit angeschlage-
nem Immunsystem machen jedoch nach Schätzung des Jenaer Professors
Peter Elsner inzwischen ein Drittel der Bevölkerung aus. (8) Bei
ca. einem Drittel der Bevölkerung wissen wir also nicht, wie sie
auf frisch zugelassene Impfungen reagieren würden. Und systemati-
sche Feldstudien nach der Zulassung gibt es nicht.

Einige der Tricks, mit dem solche Studien darüber hinaus geschönt
werden können, sind uns bekannt. Dazu gehört z.B., dass der
Verbleib von Personen, die sich nicht mehr melden, nicht verfolgt
wird und sie einfach aus der Studie genommen werden. Die Folge:
Handelt es sich dabei um Fälle von schweren und schwersten Impfne-
benwirkungen, fließen sie nicht in die Studie ein - und damit auch
nicht in die Beipackzettel und die ausführlicheren Fachinformatio-
nen. Die in den Beipackzettel angegebenen und auf den Zulassungs-
studien basierenden Risiken und Nebenwirkungswahrscheinlichkeiten
sind somit nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Die Zulassungsstudien werden übrigens nicht etwa von den Gesund-
heitsbehörden finanziert und durchgeführt, sondern in der Regel von
den Herstellern selbst. Inwieweit eine Kontrolle durch das Paul-
Ehrlich-Institut (PEI) ausgeübt wird, wissen wir nicht, da die
Behörde solche Anfragen, selbst wenn sie von Ärzte kommen, in der
Regel ignoriert. (9)

Zudem ist das Meldesystem für Verdachtsfälle von Impfkomplikationen
nach dem Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) am 1.
Jan. 2001 nahezu komplett in sich zusammengebrochen und die Gesund-
heitsbehörden mussten erst kürzlich im Bundesgesundheitsblatt ein-
räumen, dass ihnen das wahre Ausmaß der Impfkomplikationen unbe-
kannt ist. (10) Wurden selbst nach offiziellen Quellen vor 2001 nur
höchstens 5 bis 10 % aller unerwünschten Impfreaktionen erfasst,
dürfte der Anteil inzwischen noch weit darunter liegen.

Damit sind im Grunde sämtliche Risiken-Nutzen-Analysen - auch und
insbesondere für die Grippeimpfung - hinfällig.

Woher kommen die vielen Tausend Influenza-Todesfälle?

Laut dem RKI kostet die jährliche Influenza-Epidemie allein in
Deutschland jedes Jahr durchschnittlich ca. 8000 Todesopfer. Im
Winter 2002/2003 sollen es sogar bis zu 20.000 Tote gewesen sein.
(11) Laut Pressestelle des RKI werden diese Zahlen nicht etwa sta-
tistisch sauber anhand von Totenscheinen erfasst, sondern mit Hilfe
einer statistischen Formel errechnet, wobei vereinfacht gesagt die
Todesfälle des Sommers von den Todesfällen des Winters abgezogen
werden. Weder die Todesfallstatistik des Statistischen Bundesamtes
noch die von anderen Meldesystemen erfassten Fälle bestätigen ein
Massensterben in dieser Dimension: Hier sind es ca. ein bis zwei
Dutzend, mehr nicht.

Jeder seriöse Statistiker würde versuchen, solche Hochrechnungen
durch solide statistisch erfasste Zahlen bestätigt zu finden. Im-
merhin geht es hier um ein Horrorszenario, das geeignet ist, die
Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen.

Möglicherweise ist jedoch Erzeugung von Angst durchaus erwünscht,
um eine maximale Durchimpfungsrate zu erzielen. Alles, was dem mit
unablässigem Eifer propagierten Durchimpfungsziel schaden könnte,
wird systematisch ignoriert und bagatellisiert - selbst wenn es
gravierende Hinweise darauf gibt, dass die Impfungen weder so nütz-
lich noch so risikolos wie erhofft sind.

Die Hersteller bestimmen mit

Bei der Beurteilung der saisonalen Influenza-Epidemien vertraut die
Bundesbehörde vor allem auf das Stichproben-Meldesystem der "Ar-
beitsgemeinschaft Influenza" (AGI). Diese ist zwar beim RKI ange-
siedelt, wird jedoch von vier Impfstoffherstellern finanziert. Es
ist nicht anzunehmen, dass die Hersteller ein Projekt unterstützen,
das sich für sie umsatzmindernd auswirkt. Tatsächlich hat sich die
Zahl der verimpften Impfstoffdosen in den 10 Jahren seit der Grün-
dung der AGI (Winter 1992/1993) versechsfacht!

Für die AGI melden besonders motivierte Arztpraxen Atemwegserkran-
kungen bzw. mit einem von der Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung
gestellten Schnelltest an die Organisation. Bei einem Ansteigen der
Meldungen werden durch wissenschaftlich unzulässige Hochrechnungen,
Schätzungen, Annahmen, die bevorstehenden "Epidemien" generiert.

Fazit:

1. Es gibt keinen unzweifelhaften Beweis für den Nutzen der Grippe-
impfung

2. Die Häufigkeit und das Ausmaß der unerwünschten Impfnebenwirkun-
gen ist den dafür zuständigen Bundesbehörden unbekannt

3. Somit ist eine vernünftige Nutzen-Risiko-Abwägung derzeit nicht
möglich

4. Die offiziellen Angaben über angebliche Influenzaepidemien und
Todesfälle beruhen auf nicht überprüfbare Zahlenspielereien

5. Die zuständigen Gesundheitbehörden verlassen sich in ihrer Beur-
teilung der Influenza-Gefahr auf finanziell von Impfstoffherstel-
lern abhängige Organisatoren

6. Das Ziel der maximalen Durchimpfung der Bevölkerung kommt auf-
grund fehlender wissenschaftlicher Argumente einem Dogma gleich

Quellennachweise:

(1) EpiBull Nr. 12/2005
(2) "impf-report" Newsletter Nr. 14/2005
(3) Email der RKI-Pressestelle vom 2.2.05 an den Autor
(4) FOCUS Nr. 47/2004, Seite 12
(5) JAMA, Vol. 290, Nr. 12, 24. Sept. 2003
(6) RKI/PEI-Presseerklärung vom 22. Sept. 2003
(7) "impf-report" Newsletter Nr. 4/2005
(8) DPA-Meldung vom 18. April 2005
(9) http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/28.htm#02
(10) Bundesgesundheitsblatt 12/2004, Seite 1161
(11) RKI-Presseerklärung vom 22.9.2003

 

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Impressum
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Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Hans U. P. Tolzin

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