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                      Der IMPF-REPORT
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Unabhängiger Nachrichtendienst rund ums Impfen  Ausgabe Nr. 34/2003
Von Eltern für Eltern                                 22. Aug. 2003
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Inhalt:

[01] Zu dieser Ausgabe
[02] Erhöhte Masernsterblichkeit durch Symptomunterdrückung?
[03] Studie: Entwicklungsschub und weniger Arztbesuche nach Masern
[04] Weitere Studien: Masern senken Krankheitsanfälligkeit
[05] Masern: Europäische Statistiken geben Rätsel auf
[06] Masern: Widersprüchliche Zahlen aus den USA
[07] Risiko von Enzephalitis bei Masern
[08] Neue Masernepidemie in Süditalien?
[09] Masern-Comeback in Großbritannien?
[10] Österreich: Masernimpfung bringt Ersparnis von 730.000 Euro
[11] Impfkritische Veranstaltungen in Göppingen und Freudenstadt
[12] So können Sie den Impf-Report unterstützen
[13] Impressum

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[01] Zu dieser Ausgabe
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Lieber Leser,

Masern ist, wie wir alle "wissen", eine gefährliche Krankheit, die
schwere Komplikationen oder gar den Tod nach sich ziehen und vor
der uns nur die Impfung schützen kann.

Doch ist das wirklich so? Welche Beweise gibt es für diese Behaup-
tungen der Pharmaindustrie, der Gesundheitsbehörden und Ärzte-
schaft?

Einigen Spuren, die zur offiziellen These bezüglich der Masern im
Widerspruch stehen, wollen wir in dieser Ausgabe nachgehen.

Der erste Beitrag ist schon etwas älter (publiziert 1992), deswegen
aber nicht weniger aktuell: Eine Studie in einem afrikanischen
Krankenhaus zeigt, daß die Todesrate bei masernkranken Kindern
geradezu dramatisch sinkt, wenn symptomunterdrückende Medikamente
einfach weggelassen werden [02].

Aus der gleichen Publikation stammt die Praxisstudie eines Kinder-
arztes, die deutlich zeigt, daß Kinder nach durchgemachten Masern
sehr oft einen deutlichen Entwicklungsschub zeigen und außerdem
seltener einen Arzt benötigen [03].

Da es sich um eine nach der anthroposophischen Medizin arbeitende
Praxis handelt, wäre ein Vergleich mit rein schulmedizinischen und
klassisch homöopathisch arbeitenden Praxen hochinteressant. Wenn
Sie, liebe Leser von vergleichbaren Studien wissen, bitte ich um
einen entsprechenden Hinweis.

Im AEGIS-IMPULS, dem impfkritischen Magazin von AEGIS Schweiz,
erschien letztes Jahr ein ausführlicher Artikel über Masern. Einen
kleinen Abschnitt über weitere Studien, die ebenfalls eine geringe-
re Krankheitsneigung nach durchgemachten Masern aufzeigen, möchte
ich Ihnen nicht vorenthalten [04].

Hochinteressant - und widersprüchlich - sind auch die Masernstatis-
tiken, die von der europäischen Behörde Eurosurveillance veröffent-
licht werden. Da fehlen beispielsweise die 4 Todesopfer der letzten
italienischen Masernepidemie, die uns in Deutschland als mahnendes
Beispiel für die Notwendigkeit der Impfung vorgehalten wurden.
Andererseits erscheinen in dieser Statistik plötzlich 21 deutsche
Fälle von Gehirnentzündungen nach Masern - von denen in Deutschland
anscheinend niemand etwas weiß [05]!

Großes Vorbild für die Ausrottung der Masern sind die USA. Doch wie
realistisch sind die offiziellen Masernzahlen? Jetzt zeigt sich,
daß die Durchimpfungsraten der US-Staaten auch nach offizieller
Lesart gar nicht in der Lage sein können, dem Masernvirus den Ga-
raus zu machen [06].

Das Risiko, bei einer Masernerkrankung eine Gehirnentzündung zu
bekommen, ist eines der Argumente für eine Impfung. Es gibt jedoch
auch Autoren, die ein größeres Enzephalitis-Risiko bei geimpften
Kindern [07] festgestellt haben wollen.

In Italien grassiert angeblich eine neue Masernepidemie und allent-
halben werden Reisende und Urlauber ermahnt, "ihren Impfschutz zu
überprüfen" [08].

Die Impfrate in Großbritannien sinkt und die Masernzahlen steigen,
nachdem die MMR-Dreifach-Impfung in Verruf geriet. Zeit für eine
neue Impfkampagne [09]?

Auch in Österreich sinken die Impfzahlen. Impfmüdigkeit wird be-
klagt und ausgerechnet, wie viel Euro die Masernimpfung der Volks-
wirtschaft erspart habe [10].

Inwieweit man die gesellschaftlichen Gesamt-Kosten von Krankheiten
überhaupt errechnen kann, sei dahingestellt. Das vollständige Aus-
blenden der möglichen

- positiven gesundheitlichen Langzeitfolge einer natürlichen Ma-
sernerkrankung
- negativen Kurz- oder Langzeitwirkung von Impfstoffen (chronische
Krankheiten, Allergien, körperliche und geistige Behinderungen)
- negativen Folge von symptomunterdrückenden Medikamenten

kann jedoch zwangsläufig nur in einer Milchmädchenrechnung enden.

Herzlichst
Ihr
Hans Tolzin

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[02] Erhöhte Masernsterblichkeit durch Symptomunterdrückung?
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Quelle:
DER MERKURSTAB, Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutsch-
land, Stuttgart, Ausgabe Mai/Juni 1992, Seite 177 bis 180

MASERN-STERBLICHKEIT UND THERAPIE
Bob C. Witsenburg

(...) In unserem Krankenhaus (1) bestand die gebräuchliche Behand-
lung in folgenden Anwendungen:

1. Sedativa*, unter anderem aus Furcht vor den in den Tropen häufi-
geren und gefährlicheren Krämpfen.
2. Antipyretica* (Salicylate*, Pyrazolonderivate*) als allgemeine
antiphlogistische* Maßnahme, wodurch auch die Gefahr des Auftretens
von Fieberkrämpfen herabgesetzt wird. Es erfolgt damit auch eine
rasche Besserung des Allgemeinbefindens.
3. Antitussiva*, Antihistaminica* oder Codein* allein oder kombi-
niert mit Expectorantien*.
4. Behandlung der manifesten oder subklinischen Malaria.
5. Antibiotica je nach Befund (Pneumonie*, Enteritis* o. a.).
6. Bluttransfusion (bei schwerer Anämie). .
7. Allgemeine Maßregeln, wie Bettruhe, Flüssigkeitszufuhr, Diät.

Es fiel auf, daß merkwürdigerweise diejenigen Kinder, bei denen die
Masern am heftigsten und hochfieberhaft verliefen (Continua* von 40
bis 41° während drei bis vier Tagen, starkes Exanthem*, subjektiv
ausgeprägtes Krankheitsgefühl), dennoch die günstigste Prognose
aufwiesen.

Dies führte zu folgenden Überlegungen: Offenbar werden durch die
Krankheitserscheinungen, besonders das Fieber, die Abwehrreaktionen
des Körpers aktiviert, so daß die Krankheit mit Erfolg durchgestan-
den werden kann. Das Exanthem* erscheint dann ebenso wie die Expek-
toration* eine zweckmäßige Maßnahme der Ausscheidung des Organismus
zu sein.

Die Schlußfolgerung daraus wäre, daß es nicht sinnvoll ist, das
Fieber und die entzündlichen Reaktionen zu unterdrücken, d. h. daß
Antipyretica* unzweckmäßig sind. Antitussiva* hemmen ihrer Natur
nach die Expektoration*, können aber dadurch das Auftreten von
bronchopneumonischen* Prozessen fördern, vor allem, wenn ein puru-
lentes* Sekret nicht mehr durch Aushusten entfernt werden kann.

Fieberkrämpfe kommen vor allem während des Anstiegs der Temperatur
vor. Sie sind als solche ziemlich ungefährlich. Die weit bedrohli-
cheren Malaria-Konvulsionen können vermieden werden durch die bei
der Aufnahme sofort einzusetzende Malaria-Behandlung, wie sie all-
gemein gebräuchlich ist.

Um diese Überlegungen in der Praxis zu testen, wurde das angeführte
Behandlungsschema wie folgt abgeändert.

1.-3.: Sedativa*, Antipyretica* bzw. Antiphlogistica* und Antitus-
siva* werden gänzlich weggelassen. Dagegen sollen Expektorantien*
gegeben werden.

4.-7.: bleiben - wenn indiziert* - als Therapie bestehen.

Genau auf der Hälfte des Ansteigens zum Höhepunkt der Masernepide-
mie (d. h. von Mitte November 1967 bis Anfang März 1968) wurde die
Behandlung in diesem Sinne geändert. Bis Anfang Januar 1967 wurde
nach dem erstgenannten Schema vorgegangen, danach die abgeänderte
Form angewandt. Beide Behandlungsgruppen umfaßten je 56 Patienten.

Das Resultat war das folgende:

In der ersten Behandlungsgruppe (d. h. unter der Anwendung von
Sedativa*, Antipyretica* und Antitussiva*) starben 20 von 56 Kin-
dern, d. s. 35 %.

In der zweiten Gruppe (d. h. ohne die genannten Medikamentengrup-
pen, aber unter der bedarfsweisen Anwendung von Malariatherapie,
Antibiotika, Bluttransfusionen und allgemeinen Maßnahmen) starben
vier von 56 Kindern, d. s. 7 %, davon eines an Encephalitis*, eines
an Trachearuptur*. Der Unterschied ist signifikant. P < 0,001*.

In der ersten Gruppe waren Bronchopneumonien* die häufigste Todes-
ursache. Auch in der zweiten Gruppe kamen viele Bronchopneumonien
zur Beobachtung; die Patienten erholten sich aber immer davon.

Erhebliche klimatologische oder andere Unterschiede (wie Alter-
Aufbau, Ernährungszustand, Hygiene usw.) bestanden zwischen den
beiden Gruppen nicht. Auch in der Aufnahmedauer fanden sich keine
deutlichen Unterschiede.

Die heute viel propagierte Impfung gegen Masern stützt sich in
erster Linie auf eine angeblich steigende Gefährlichkeit der Ma-
sern. Nach den geschilderten Erfahrungen kann durchaus ein Zusam-
menhang gesehen werden zwischen der Schwere des Verlaufes bzw. der
Zunahme der Komplikationen und unzweckmäßigen therapeutischen Maß-
nahmen. Hierzu gehört die Verabreichung von Antipyretica*, Sedati-
va* und Antitussiva*, die aber heute zur Routinetherapie bei allen
fieberhaften Infekten im Kindesalter gehören.

Die Annahme scheint berechtigt, daß sich die Schlußfolgerungen auch
auf andere Infektionskrankheiten besonders im Kindesalter übertra-
gen lassen. Dies wird um so verständlicher, als die Bedeutung des
Fiebers gerade bei Viruserkrankungen heute bekannt sein könnte.
(...)

(1) Catholic hospital St. John of god. Duayaw-Nkwanta Brong Ahafo,
Ghana, W.-Africa.

*WORTERKLÄRUNGEN

ANTIPLOGISTICA: Entzündungshemmende Mittel
ANTIPYRETICA: Fiebersenkende Mittel
ANTIHISTAMINICA: Substanzen zur Hemmung der Reizempfindlichkeit von
Zellen/Organen
ANTITUSSIVA: Das Hustenzentrum dämpfende, den Hustenreflex hemmende
Mittel
BRONCHOPNEUMONISCH: Das Bronchialsystem und die Lunge betreffend
CODEIN: Schwach wirkendes Opiat, wirkt zentral hustendämmend
CONTINUA: Etym.: latein. continuus = ununterbrochen
ENCEPHALITIS: Gehirnentzündung
ENTERITIS: Entzündung der Darmwand
EXPECTORANTIEN: Stimulieren die Bildung dünnflüssigeren Schleims
der leichter abgehustet werden kann
EXPEKTORATION: das »Aushusten« von Schleim, Blut, Eiter, Fremdstof-
fen bzw. -körpern aus dem Bronchialsystem
EXANTHEM: blühender Hautausschlag
INDIZIERT: angezeigt, aufgrund der Diagnose notwendig
P < 0,001: Statistische Kennzahl
PNEUMONIE: Lungenentzündung
PYRAOLONDERIVATE: Spezielle Grundstoffe für Azofarbstoffe u. "wichtige" Therapeuti-
sche Mittel
SALICYLATE: Salz der Salicylsäure, u.a. fiebersenkende Eigenschaf-
ten. Nebenwirkungen: Verursacht - wie auch ihre Derivate - Schädi-
gungen der Magen- u. Darmschleimhaut (evtl. Geschwüre, Blutungsnei-
gung);
SEDATIVA: Beruhigungsmittel
TRACHEARUPTUR: Risse in der Luftröhre


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[03] Studie: Entwicklungsschub und weniger Arztbesuche nach Masern
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Quelle:
DER MERKURSTAB, Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutsch-
land, Stuttgart, Ausgabe Mai/Juni 1992, Seite 177 bis 180

MASERNVERLAUF IN EINER KINDERARZTPRAXIS

Ende 1987 und Frühjahr 1988 behandelte ich eine ungewöhnlich große
Zahl von Kindern mit Masern in meiner Praxis. Es bot sich daher an,
eine Untersuchung über den Masernverlauf bzw. den Zustand der Kin-
der nach Masern durchzuführen.

Im Juni 1988 wurden 251 Fragebögen an Eltern verschickt. Von diesen
wurden 224 beantwortet (89,3 %). Einzelne Fragebögen stammen vom
August 1988 und Anfang 1990. 69,2 % der Fragebögen wurden nach drei
Monaten beantwortet, 82,6 % nach vier Monaten und 86,2 % nach fünf
Monaten, die übrigen bis sechs Monate nach den Masern. Daher ist
mit relativ zuverlässigen Angaben zu rechnen.

In einer zweiten Phase wurde die Häufigkeit ärztlicher Behandlungen
vor und nach den Masern untersucht. Die Daten, auch zur Stichprobe
und Anamnese, wurden der Praxiskartei entnommen. Dazu wurden auch
Daten von Kindern ausgewertet, bei denen kein Fragebogen vorlag.
Bedingung war eine kontinuierliche Behandlung während des Berichts-
zeitraums (siehe Teil II).

Die Stichprobe ist sicherlich nicht repräsentativ: 227 Kinder waren
deutsch (93 %), 16 Kinder ausländisch (7 %). 127 Kinder waren in
einer Ersatzkasse (52 %), 78 in einer RVO-Kasse* (32 %) und 39
Kinder privat versichert (16 %).

Die meisten Kinder (91,5 %) waren erwartungsgemäß bei den Masern im
Vorschulalter. Fünf Kinder waren unter sechs Monate, 19 zwischen
sechs und zwölf Monate alt. Das älteste Kind der Stichprobe war ein
17jähriges Mädchen.

Das Alter des versicherten Elternteils war in der Regel durch die
Familienversicherung bekannt. Sonst wurde es, wenn möglich, durch
den Praxisinhaber geschätzt. Auch das Alter der Eltern ist nicht
repräsentativ: Die größte Gruppe waren 36- bis 40jährige Versicher-
te (31,8 %) unter 25 Jahren waren nur zehn Versicherte (4,1 %).

Die Zahl der Kinder in den Familien ist größer als in der Allge-
meinbevölkerung:
10,2 % waren ein einziges Kind, 55,1 % der Kinder lebten in einer
2-Kinder-Familie,
26,1 % in einer Familie mit drei Kindern. 8,6 % der Kinder hatten
drei oder mehr Geschwister.
43,6 % waren erstes Kind der Familie, 40,6 % waren zweites Kind und
12,7 % das dritte.
Zehn Kinder (4,1 %) waren viertes Kind.

Die Karteikarte enthält eine genaue Anamnese. Schwangerschaftsprob-
leme gab es bei 21, Geburtsprobleme bei 28 Kindern, beides zeigten
25 Kinder (10,5 %). Ohne Probleme waren 165 Kinder (68,2 %).

Vorkrankheiten sind ebenfalls aus der Anamnese bekannt: Ohne jegli-
che Belastung waren 145 Kinder (60,2 %). 50 Kinder (20,7 %) hatten
eine Allergiebelastung: Ekzem, Heuschnupfen, Urtikaria usw. Bei 46
Kindern (19,1 %) lagen andere Probleme vor, z. B. Herzfehler. Ein
Kind hat eine noch unklare cerebellare* Krankheit. Somit ist das
untersuchte Kollektiv vermutlich eine negativ belastete Population.

Nur Kinder mit sicherer Diagnose wurden in die Stichprobe aufgenom-
men. Bei 126 Kindern (51,5 %) wurde die Diagnose im persönlichen
Arztkontakt gestellt. 120 Kinder (48,5 %) waren Geschwister oder
Kinder mit anderem sicheren Masernkontakt. Die Daten wurden aus den
Aufzeichnungen, der Gebührenziffer oder Notfallbögen usw. entnom-
men.

Grundsätzlich wurden die Kinder anthroposophisch-homöopathisch
behandelt, z. B. mit Pulsatilla und Pneumodoron l und 2. Fast alle
Kinder erhielten Sekretolytika*. Großer Wert wurde auf strikte
Bettruhe gelegt. Das Exanthem* wurde durch äußere Anwendungen ver-
stärkt.

Viele Kinder waren von ihren Eltern bereits nach Ratgebern anbehan-
delt. Oft wurde analog den bereits erkrankten Geschwistern verfah-
ren. Ein Kind mit Masernpneumonie* erhielt ein Antibiotikum. Die
Kinder mit Otitis* mußten nicht antibiotisch behandelt werden.

Von 251 Kindern waren Ende 1990 noch 227 Kinder in kontinuierlicher
Behandlung. 24 Kinder waren wegen Umzug oder Arztwechsel nicht mehr
zu verfolgen. Hier wurden die Behandlungskarten durchgesehen. Ein
Mädchen entwickelte 1991 ein fokales* Krampfleiden ungeklärter
Herkunft. Während der Masern war es bei zwei ärztlichen Untersu-
chungen neurologisch* unauffällig, auch das EEG* war nach den Ma-
sern noch unauffällig. Möglicherweise hat es Ende 1990 eine ärzt-
lich nicht behandelte Enzephalitis*. Ein anderes Kind war bereits
vor den Masern infolge eines ungeklärten cerebellaren* Leidens
retardiert* gewesen. Bei den restlichen 225 Kindern fand sich in
den Behandlungsunterlagen nach 1988 kein Anhalt für neurologische*
Probleme.

2. Elternangaben zum Masernverlauf

In den Antworten des Fragebogens spiegelt sich der bekannte hoch-
fieberhafte Verlauf: bei 31,3 % der Kinder lag das Fieber zwischen
39,5 und 40 °C, bei 19,2 % zwischen 40 und 40,5 °C und bei 12,9 %
über 40,5 °C. Fieberkrämpfe kamen nicht vor. Das hohe Fieber dauer-
te in der Regel zwischen drei und fünf Tagen. 9,8 % der Kinder
fieberten länger als eine Woche.

Eine Frage des Fragebogens betraf Komplikationen: "Gab es außer den
Masern Probleme: Starker Durchfall, Ohrenentzündung, Lungenentzün-
dung? (Welche)" Keine Probleme wurden von 145 Eltern (64,4 %) be-
richtet.

Auffallend viele Kinder hatten Durchfall und Erbrechen, was vermut-
lich nicht als Komplikation zu bewerten ist. Bei 60 Kindern war die
Begleitkrankheit in einer Woche beendet, bei 19 Kindern dauerte sie
länger.

Eine weitere Frage war, wann sich das Kind "wieder ganz gesund
fühlte". 38 Eltern (35,3 %) schreiben, daß das Kind bereits nach
einer Woche wieder gesund war, fast 40 Prozent zwischen ein und
zwei Wochen und weitere 13,6 % zwischen zwei und drei Wochen. Im-
merhin brauchten aber 26 Kinder (11,8 %) über drei Wochen bis zur
vollständigen Erholung. Ein Teil der Kinder brauchte länger, um die
seelische Situation der Masern zu überwinden (siehe unten).

Es wurde gefragt: "Wie fühlte sich Ihr Kind bei den Masern?" 33
Eltern (14,7 %) berichteten kaum eine Beeinträchtigung. 92 Eltern
(41,1 %) betonten mehr die körperliche Beeinträchtigung, 39 (17,4
%) mehr die seelische. Eine kombinierte körperliche und seelische
Beeinträchtigung wird von 60 Eltern (26,8 %) berichtet.

3. Angst der Eltern

Zwei Fragen befaßten sich mit der Angst der Eltern. Die erste Frage
lautete:
"Hatten Sie Angst vor dem hohen Fieber?" 30 Eltern (13,5 %) antwor-
teten mit "ja" ohne nähere Begründung. Sechs Eltern fügten hinzu,
daß Fieber ihnen allgemein Angst machen würde, acht Eltern begrün-
deten ihre Angst vor Fieber mit Besonderheiten des Kindes (Vor-
krankheiten oder Alter von 17 Jahren).

178 Eltern (80,2 %) gaben an, daß sie allgemein keine Angst vor
Fieber hatten. Davon begründeten zehn Eltern ihre Sicherheit mit
der ärztlichen Betreuung, sechs Eltern gaben an, daß sie Fieber
allgemein positiv einschätzten. Somit äußern knapp 20 % (19,8 %)
der Eltern, daß sie Angst vor dem Fieber hatten. Insgesamt fühlten
sich 80,2 % der Eltern bezüglich des Fiebers sicher und antworteten
hier mit "nein".

Erwartungsgemäß zeigte sich folgendes Ergebnis: Eltern ohne Angst
vor Fieber berichteten seltener über eine negative Veränderung
ihres Kindes nach den Masern.

Eine weitere Frage lautete:

"Hatten Sie Angst vor bleibenden Schäden oder vor Komplikationen
der Masern?" Diese Frage wird von 77 Eltern (34,7 %) bejaht, von 51
Eltern (23 %) ohne nähere Angaben, von zwei Eltern wegen Besonder-
heiten des Kindes, von neun Eltern wegen des Krankheitsverlaufs. 15
Eltern gaben weitere Ausführungen.

145 Eltern (65,3 %) bekunden, daß sie keine Angst vor bleibenden
Schäden hatten. Acht Eltern begründen ihre Sicherheit mit der ärzt-
lichen Betreuung.

Auch hier berichteten Eltern, welche keine Angst vor bleibenden
Schäden angegeben hatten, seltener über eine negative Veränderung
nach den Masern.

4. Zustand des Kindes nach den Masern

Die nächste Frage betraf Veränderungen nach den Masern. Ausdrück-
lich wurde auch nach negativen Veränderungen gefragt. Hierauf gibt
ein gutes Drittel (35,3 %) keine Veränderungen vor und nach den
Masern an. Positive Veränderungen werden von 54,3 % der Eltern
geschildert. 23 Eltern (10,4 %) antworten, daß ihr Kind sich nega-
tiv verändert habe.

Eine schlechte Erholung nach den Masern war unabhängig vom Zeit-
punkt der Fragebogenbeantwortung. Nur fünf "negative Veränderungen"
betrafen frühe Antworten nach der Krankheit.

Um die Veränderungen der Kinder besser zu beschreiben, werden wört-
liche Äußerungen der Eltern wiedergegeben:

a) zu positiven körperlichen Veränderungen:

"Ja, ist größer geworden und schlanker, er hat sich gestreckt, auch
die Gesichtszüge sind nicht mehr so rundlich wie beim Kleinkind."
"sie begann nach der Masernerkrankung zu laufen", "gute, indem
unsere Tochter mehr ißt als vorher", "ja, er war rosiger", "Körper-
liches Wachstum, ansonsten noch uneindeutig", "ihre Gesichtsform
ist länglicher geworden", "Entwicklungssprung, körperlich durch
Wachstum und durch neue Zähne sichtbar . . .", "Feinmotorik ausge-
prägter . . .", "nach einer guten Erholung ist der physische und
psychische Allgemeinzustand derzeit sehr zufriedenstellend", ". . .
hat einen auffallenden Entwicklungsschub im körperlichen, geistigen
und psychischen Bereich, strotzt vor Gesundheit und Dynamik, guter
Appetit. . ." "die Bewegungen sind kraftvoll geworden, der Wille
ist gestärkt", "das Kind hat sich sehr rasch erholt, war nach 2 1/2
Wochen wieder sehr kräftig und macht heute einen rundherum gesunden
Eindruck".

b) zu positiven seelischen Veränderungen:

"wurde wacher und wesentlich frecher (und ausgeglichener)", "es
wirkte danach ein wenig selbstbewußter, sein 'Ich' schien gestärk-
ter sowie seine ganze Person wurde klarer", "motorisch aktiver",
"Selbständiger", "hat seine neue Umgebung angenommen, geht lieber
in den Kindergarten, fand Freunde, sucht mehr als früher seine
Grenzen", "deutlich positiv, körperliche Reifung, geistige Reifung,
Beginn der Pubertät", "etwas ruhiger geworden, beobachtet intensi-
ver", "fängt an zu sprechen, was er vorher überhaupt nicht tat,
obwohl er schon 1 1/2 Jahre alt ist, sehr gesund und fröhlich,
vorher oft quengelig, nun sehr ausgeglichen", ". . . wird schon
vernünftiger, zugänglicher, hat auch im Moment keine Schlafstörun-
gen mehr", "insgesamt ruhiger und ausgeglichener geworden", "insge-
samt positive Weiterentwicklung des Kindes, besonders im sozialen
Verhalten", "bemerkenswerte Verbesserung der Konzentrationsfähig-
keit". Diese Aufzählung ließe sich durch zahlreiche andere fortset-
zen.

Auch an dieser Stelle wird spontan von vier Eltern die ärztliche
Betreuung als wesentlich angegeben sowie von vier Eltern die Bedeu-
tung von Fieber und Kinderkrankheiten für die Entwicklung des Kin-
des. Elf Eltern gaben an, daß sich das Verhältnis zum Kind deutlich
geändert habe.

c) negative Veränderung des Kindes

Ein Teil der Kinder hatte nach Ende der eigentlichen Krankheit noch
seelische Masernzeichen. Die Eltern schildern dieses als: "quenge-
lig, launisch, unleidlich", "vermehrte Weinerlichkeit, längere Zeit
noch Angstzustände, besonders nachts", "... weil er immer auf dem
Arm bleiben will...", "war noch sehr lange erschöpft...".

"Allgemein ängstlicher als früher, große Angst, alleingelassen zu
werden...", "neigt schnell zu Tränenausbrüchen, ist sehr empfind-
lich geworden, inzwischen wieder normalisiert..."

Bemerkenswerterweise schildern die 28 Eltern, die über eine negati-
ve Veränderung nach den Masern berichteten, nicht häufiger (zwölf-
mal) eine Komplikation während der Masern, während 16 Eltern, die
keine Komplikation berichtet hatten, von einer negativen Verände-
rung nach den Masern sprechen. Andererseits hatten auch 49 Kinder,
die nach den Fragebogenangaben ihrer Eltern eine "Begleitkrankheit"
hatten, eine "positive" Veränderung ihrer Entwicklung nach den
Masern.

Durch Kreuztabellen wurde versucht, aus den bekannten Sozialdaten
soziale Unterschiede zu erkennen. Als Kriterium waren lediglich
bekannt der Versicherungsstatus:

"RVO*, Ersatzkasse und Private Versicherung" und das Alter des
versicherten Elternteils. Hierbei fanden sich keine Unterschiede
bezüglich der Angst der Eltern vor Fieber bzw. Angst vor bleibenden
Schäden. Unter den drei Versicherungsgruppen fand sich auch kein
Unterschied des Ausgangs nach den Masern.

Teil II: Zahl der Arztkontakte vor und nach den Masern

Anhand der Karteiunterlagen wurde ermittelt, wie häufig die Kinder
vor und nach den Masern in ärztlicher Behandlung gewesen waren.
Anzunehmen wäre, daß Kinder nach den Masern anfälliger geworden
sind. Dies müßte zu mehr Behandlungen führen.

Es wurde die Gesamtzahl aller krankheitsbedingten persönlichen
Arzt-Kontakte ermittelt: in den Zeiträumen: zwölf Monate, sechs und
drei Monate vor den Masern, - sowie drei Monate, sechs Monate und
zwölf Monate nach den Masern. Behandlungen während der Masern wur-
den nicht gezählt. Die Dauer der Masern wurde mit 21 Tage angenom-
men.

In der Karteikarte sind die Gebührenordnungsziffern vermerkt. Daher
läßt sich der Krankheits- und Behandlungsverlauf gut rekonstruie-
ren. Bestimmte Ziffern setzen den persönlichen Kontakt zum Arzt
voraus. Bei Privatversicherten wurde geprüft, ob bei einer Ziffer
"l" ein persönlicher Arztkontakt vorlag. Außerdem wurde Behandlun-
gen durch Krankenhausambulanzen, ärztlichen Notfalldienst usw.
anhand der Kartei gezählt.

Sämtliche krankheitsbedingten Arztkontakte wurden gezählt, ein-
schließlich aller Kontrollen, bei einer Otitis media zum Beispiel
jede Nachuntersuchung. Kontakte wegen Impfungen oder Vorsorgeunter-
suchungen wurden nicht berücksichtigt, auch nicht wegen Verletzung
oder Unfall. Bei einigen Kindern wurden Serien von Eigenblut-
Injektionen zur Allergiebehandlungen durchgeführt. Hierbei wurde
nur die erste Behandlung gezählt. Auch der Kontakt zum Kontroll-EEG
nach den Masern wurde nicht gewertet.

Im Dreimonatszeitraum vor den Masern waren 70,3 % aller Kinder 0 x
oder l x in ärztlicher Behandlung. Nach den Masern sind es 81,9 %.

Ein ähnliches Ergebnis zeigte sich im 6-Monats-Zeitraum vor und
nach den Masern. In den 6 Monaten vor den Masern waren 45,9 % der
Kinder gar nicht oder ein Mal in Behandlung. Nach den Masern wuchs
dieser Anteil auf 59 %.

Auch in den zwölf Monaten nach den Masern waren die Kinder seltener
krank als im Jahr vor den Masern. (aus der Tabelle des Original-
Textes ergibt sich, daß vor den Masern 31,1 % keinmal oder einmal
beim Arzt waren, während nach den Masern 36,3 % die Patienten kein-
mal oder einmal beim Arzt waren, IR)

In den Zeiträumen zwölf Monate nach den Masern, sechs Monate nach
den Masern und drei Monate nach den Masern wurden die Kinder der
Stichprobe seltener ärztlich behandelt als vor den Masern. Auch der
Anteil der häufig behandelten Kinder ist nach den Masern in allen
drei Beobachtungszeiträumen niedriger.

Anschrift des Autors:
Dr. Karl-Reinhard Kummer Kinderarzt Jägerstraße 19 W-7500 Karlsruhe
41

*BEGRIFFSERKLÄRUNGEN:

CEREBELLAR: das Kleinhirn betreffend
EEG: Elektroenzephalogramm, Messung der Hirnströme
ENZEPHALITIS: Gehirnentzündung
EXANTHEM: Blühender Hautausschlag
FOKAL: einen Krankheitsherd betreffend
NEUROLOGIE: Medizinisches Fachgebiet mit Schwerpunkt Nervensystem
OTITIS: Entzündung des Ohrs
PNEUMONIE: Lungenentzündung
SEKRETOLYTIKA: schleimlösende Hustenmittel
RETADIERT: verzögert, verspätet
RVO: Reichsversicherungsordnung, bezieht sich vermutlich auf ge-
setzliche Krankenkassen


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[04] Weitere Studien: Masern senken Krankheitsanfälligkeit
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Quelle:
AEGIS Schweiz, Udelbodenstr. 43, CH-6014 Littau,
www.aegis-schweiz.ch
AEGIS-IMPULS Nr. 9, 1. Quartal 2002, Seite 25-26


"In der Dritten Welt gibt es nach Masern bei den Kindern weniger
Malaria und Parasitenbefall (Rooth, AM J Trop Med Hyg 1992). Das
Risiko an Brustkrebs zu erkranken, sinkt auf weniger als die Hälfte
ab (Albonico, Med Hyphoteses 1998).

Auch multiple Sklerose ist bei Menschen mit durchgemachten Masern
viel niedriger (Kesselring, Schweiz. Med. Wochenschrift 1990).

In einer großen afrikanischen Studie wurde gezeigt, daß Kinder nach
überstandenen Masern im späteren Leben ein um die Hälfte niedrige-
res Risiko für allergische Krankheiten haben als Geimpfte (Shaheen,
Lancet 1996).

Außerdem fand man heraus, daß Heuschnupfen bei Kindern, die ältere
Geschwister haben und Masern durchgemacht haben, seltener ist als
bei denen, die gegen Masern geimpft wurden (Lewis, Clin Exp Allergy
1998).

1985 erschien in der Zeitschrift Lancet die Studie: "Masern-
Virusinfektion ohne Ausschlag in der Kindheit steht im Zusammenhang
mit Erkrankungen im Erwachsenenalter." Als Ergebnis dieser breit
angelegten Studie ergab sich, daß der Autor belegen konnte, daß
eine durchgemachte Masernerkrankung vor dem Auftreten verschiedener
anderer Erkrankungen schützen könne. Er zeigte ganz klar auf, daß
zum Schutz nicht nur erhöhte Antikörper zählen, sondern vor allem
das Auftreten des typischen Masernausschlages. Es zeigte sich, daß
die durchgemachten Masern vor allem vor Erkrankungen des Immunsys-
tems, der Haut- und Hautanhangsgebilde, sowie vor degenerativen
Knorpel- und Knochen- sowie Tumorerkrankungen in der Lage sind zu
sc
hützen (Ronne, Lancet, 1/1985)."

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[05] Masern: Europäische Statistiken geben Rätsel auf
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(IR) Das Eurosurveillance Projekt wurde von der EU-Kommission ge-
gründet, um den Informationsaustausch bzgl. übertragbarer Krankhei-
ten in der EU zu fördern. Eurosurveillance gibt eine monatliche und
eine wöchentliche Publikation heraus.

Die im Juni-Bericht genannten Masernzahlen geben Rätsel auf:

Im Jahre 2001 bis 2002 gab es ins. 17.928 gemeldete Masernfälle
(1). Darunter ein einziger Todesfall, der Deutschland zugerechnet
wird. Hier fällt zunächst auf, daß die angeblichen 4 Maserntoten
aus Italien (siehe IR 1/2003) fehlen. Das ist merkwürdig, denn
gerade diese Todesfälle dienten in Deutschland und anderen europäi-
schen Ländern als Musterbeispiel für die Notwendigkeit der Impfung!

Impfkritische Beobachter bemängelten von Beginn an, daß Informati-
onen, die einen eindeutigen Zusammenhang mit einer natürlichen
Masernerkrankung belegen könnten, fehlten. Dazu gehören z.B. Impf-
status, Vorerkrankungen und Art der medizinische Behandlung. Mögli-
cherweise bedeutet das Fehlen dieser Fälle, daß von der Europäi-
schen Behörde ebenfalls ein Zusammenhang mit Masern bezweifelt
wird.

Auch bei dem einen angeblichen Maserntoten aus Deutschland sind
Zweifel angebracht. So wird in einer Publikation des RKI ein im
Jahr 2001 nach einer Masernerkrankung an einer Streptokokkensepsis
verstorbener 8 Monate alter Junge als Maserntodesfall gezählt (2).

7 % der Masernfälle aus dem Jahre 2001 und 6 % aus dem Jahre 2002
waren laut dem Bericht geimpft. Von 44 % der Masernfälle aus dem
Jahre 2001 und 28 % aus dem Jahre 2002 ist der Impfstatus völlig
unbekannt. Im Prinzip kann es sich bei all diesen "unbekannten"
Fällen um geimpfte Kinder gehandelt haben. Das wären bis zu 51 %
bzw. 34 % Geimpfte unter den gemeldeten Masernfällen!

Im Jahre 2001 waren 278 Fälle (5%) im Hospital. Im Jahre 2002 waren
822 Fälle (9%) im Hospital. Vorerkrankungen, Art der Behandlung und
Impfstatus werden auch hier nicht erwähnt. Daß "echte" Masernkom-
plikationen die Ursache für diese Klinikaufenhalte waren, muß des-
halb reine Spekulation bleiben. Die statistische Einordnung unter
"Masernkomplikationen" erscheint, gelinde gesagt, reichlich gewagt.

Im Jahre 2001 hatten laut Eurosurveillance 21 Masernerkrankte En-
zephalitis (Gehirnentzündung) und zwar sollen diese 21 angeblich
allesamt aus Deutschland stammen. Die Frage, warum nur Deutschland
betroffen ist, wird im Bulletin gar nicht angeschnitten. Dabei wäre
es doch hochinteressant, ob z.B. die in Deutschland verwendeten
Impfstoffe oder bei Masern verwendeten Medikamente - oder die Art
der statistischen Erhebung oder Berechnung eine Rolle spielen!

Andererseits tauchen in deutschen Statistiken keine Enzephalitis-
fälle nach Masern auf: Weder beim Statistischen Bundesamt (3) noch
unter den nach dem IfSG erfassten Meldungen (4) oder der durch
Impfstoffhersteller finanzierten AGM (5) werden Enzephalitis-Fälle
erwähnt.

Im Eurosurveillance-Wochenbericht vom 20. Februar 2003 (7) wird
über Irland berichtet:

Zwischen Nov. 2002 (48. Woche) und Febr. 2003 (6. Woche) wurden
insgesamt 234 Masernfälle gemeldet. Darunter wurden bei 174 Masern-
fällen "erweiterte Erhebungsdaten" bekannt. Von diesen 174 waren 40
ungeimpft, 65 geimpft und bei 69 Fällen der Impfstatus unbekannt.

In Irland wird die MMR-Impfung im Alter von 12-15 Monaten und die
zweite Impfung im Alter von 4-5 Jahren empfohlen. Die geschätzte
MMR-Durchimpfungsrate bei 2jährigen lag Ende 2002 bei 73 %.

Wenn wir annehmen, daß von den 69 Masernpatienten mit unbekanntem
Impfstatus 73 % geimpft waren ( = offizielle Durchimpfungsrate),
dann kommen 50 weitere geimpfte Masernfälle hinzu. Somit wären im
Endergebnis etwa zwei Drittel aller Masernfälle in Irland gegen
Masern geimpft gewesen (115 von 174 der Masernfälle mit erweiterten
Daten).

Geht man jedoch von der Gesamtzahl der 234 Masernfälle aus und
zieht die 40 bekanntermaßen ungeimpften Fälle ab, bleiben bis zu 83
Prozent Geimpfte übrig (194 von 234).

Wen wundert es, daß bei solchen Spielräumen für Vermutungen (hier
zwischen 28 und 83 Prozent Geimpfter unter den Masernfällen) impf-
kritische Eltern- und Ärztevereinigungen seit Jahren eine systema-
tische Erhebung des Impfstatus fordern?

Darüber hinaus lassen ausschließlich zuverlässige Zahlen über den
Impfstatus auch zuverlässige Schlußfolgerungen auf den tatsächli-
chen Wirkungsgrad der Impfstoffe zu.


(1)
Eurosurveillance Bulletin Juni 2003
http://www.eurosurveillance.org/em/v08n06/v08n06.pdf

(2)
Artikel "Masernerkrankungen in Deutschland", Dr. Anette Tischer,
Zentrum für
Infektionsepidemiologie, Robert-Koch-Institut, Berlin, Seite 12

(3)
http://www.gbe-bund.de
Nach dem ICD-Schlüssel "G05" suchen. Eine Liste der ICD-Schlüssel
finden Sie unter (6)

(4)
http://www.pei.de/downloads/ifsg_meldungen.pdf

(5)
Die Meldeergebnisse der AGM (Arbeitsgemeinschaft Masern) sind nicht
öffentlich zugänglich. Sie wurden publiziert z.B. in Sonderheft
Impfen 2002, Kinderärztliche Praxis, Artikel "Masernerkrankungen in
Deutschland", Dr. Anette Tischer, Zentrum für Infektionsepidemiolo-
gie, Robert-Koch-Institut, Berlin Seite 12, Kapitel. Wären Fälle
von Masernenzephalitis registriert worden, wären diese sicherlich
von der - von der Pharmaindustrie finanzierten - AGM der Öffent-
lichkeit präsentiert worden.

(6)
Liste der ICD-Schlüssel
http://www.dimdi.de/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlsgbv/fr-icd.htm

(7)
http://www.eurosurveillance.org/ew/2003/030220.asp


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[06] Masern: Widersprüchliche Zahlen aus den USA
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(IR) Die Masern sind in den USA angeblich so gut wie ausgerottet
(1). Monatelang war kein Masernfall mehr gemeldet worden. Impfkri-
tiker betrachteten diese Behauptung jedoch mit Skepsis, denn stich-
probenartige Meldesysteme, geschickte Hochrechnungen und enger
gefaßte Krankheitsdefinitionen lassen Spielraum für statistische
"Anpassungen"

Laut WHO wird für die Ausrottung der Masern eine Durchimpfungsrate
von mind. 95 % benötigt. Das RKI, die in Deutschland zuständige
Gesundheitsbehörde, spricht immerhin von 92 - 95 % (2).

In einer kürzlich erschienen Meldung (3) ist jedoch von einer
Durchimpfungsrate von nur 86 % im US-Bundesstaat Massachusetts die
Rede. In Colorado sind sogar noch weniger, nämlich nur 62 % der
Kinder bis 3 Jahre gegen Masern geimpft. Der nationale Durchschnitt
betrage 75 %.

Beobachter sehen darin einen weiteren Hinweis, daß mit den offi-
ziellen Masernzahlen der USA etwas nicht stimmen kann.

(1)
http://www.impf-report.de/jahrgang/2003/03.htm#2

(2)
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=35171

(3)
www.denverpost.com/Stories/0,1413,36%257E53%257E1545553,00.html


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[07] Risiko von Enzephalitis bei Masern
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(IR) Laut RKI tritt bei einem unter 1000 bis 2000 Masernkranken
eine als Komplikation gefürchtete Enzephalitis (Gehirnentzündung)
auf (1).

Das Gesundheitsamt Rems-Murr-Kreis berichtet auf seiner Webseite
gar von einem Enzephalitisfall unter 1000 Masernkranken. Zudem
würde nur jedes dritte Kind nach der Masernenzephalitis wieder
"völlig gesund", ca. 30 % der Kinder tragen schwerste körperliche
und geistige Behinderung davon und 10 bis 30 % der Kinder mit Ma-
sern-Enzephalitis sterben.

Mit solchen Zahlen wird versucht, Eltern für die Masernimpfung zu
motivieren. Alle diese Statistiken haben jedoch einen gravierenden
Mangel: Sie vernachlässigen mögliche Unterschiede zwischen geimpf-
ten und ungeimpften Erkrankten ebenso wie die Unterschiede in der
medizinischen Begleitung der Masern.

Dr. med. Graf, bekannter Homöopath und Autor, berichtet dazu in
seinem neuesten Buch (3) von einem Risiko einer Enzephalitis unter
ungeimpften Kindern von 1 : 50.000, eine Häufigkeit, wie sie vor
der Einführung der Masernimpfung auftrat.

Die Zahl 1 : 1000 beträfe neuere Masernepidemien mit einer größeren
Anzahl älterer und geimpfter Patienten.

(1)
http://www.rki.de/GBE/HEFTE/IMPFEN/IMPFEN.PDF

(2)
http://www.rems-murr-kreis.de/gesundheitsamt/G_Merkbl/MMR_impf.PDF

(3)
Dr. med. F. Graf, "Homöopathie und die Gesunderhaltung von Kindern
und Jugendlichen", Sprangrade Verlag 2003, Seite 139


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[08] Neue Masernepidemie in Süditalien?
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Quelle:
Ärzte Zeitung vom 18. Juli 2003
http://www.aerztezeitung.de./docs/2003/07/18/133a0502.asp

In Süditalien herrscht eine Masern-Epidemie

"(...)

Zwischen Januar und Mai sind in Italien bei 1217 Kindern unter 15
Jahren Masern festgestellt worden, berichtet das RKI im neuen Epi-
demiologischen Bulletin (28, 2003, 218). Wie im Vorjahr zeige die
Epidemie ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle: 89 Prozent aller Er-
krankungen sind in den süditalienischen Regionen Abruzzen, Apulien
und Kalabrien registriert worden, die bei Deutschen beliebte Ur-
laubsziele sind. In den Regionen Abruzzen und Apulien liegen die
Impfraten bei Kindern des Jahrgangs 2001 bei 71 und 77 Prozent. (...)"

Siehe auch Ärztezeitung vom 8. Aug.:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/08/08/148a0503.asp?cat=/mediz
in/infektion

Siehe auch Reisewarnung im Hamburger Abendblatt vom 16. Aug.:
http://www.abendblatt.de/daten/2003/08/16/197138.html


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[09] Masern-Comeback in Großbritannien?
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Quelle:
Netzeitung vom 8. Aug. 2003
http://www.netzeitung.de/wissenschaft/250275.html

Masern-Comeback in Großbritannien

Eine Kombinations-Impfung gegen Masern ist in Großbritannien in
Verruf geraten. Jetzt melden Mediziner vermehrte Ausbrüche der
Krankheit.

"In England und Wales haben die Zahlen der Masern-Kranken zugenom-
men. Mediziner führen das auf die seit einigen Jahren sinkenden
Zahlen von Säuglingen zurück, die deren Eltern impfen lassen. Eine
weitere Vernachlässigung der Impfprogramme könnte immer größere
Ausbrüche zur Folge haben. (...)"

Siehe auch Berliner Zeitung vom 12. Aug.:
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wissenschaft/267794.html


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[10] Österreich: Masernimpfung bringt Ersparnis von 730.000 Euro
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Quelle:
Tiroler Tageszeitung online vom 13. Aug. 2003
http://news.tirol.com/wissenschaft/artikel_20030813_222639.html

ÖBIG: Impfen zahlt sich aus

"Impfen zahlt sich aus: Pro Jahr erspart sich Österreich rund
730.000 Euro allein auf dem Gebiet der Masern-Erkrankungen durch
die seit 1998 kostenlose und breit angelegte Gratis-Impfung für
Kinder und Jugendliche bis zum 15. Lebensjahr. (...)"


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[11] Impfkritische Veranstaltungen in Göppingen und Freudenstadt
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===> D - 37070 GÖTTINGEN:

Impfkritische Elterngruppe startet Veranstaltungsoffensive

Die Themen im Einzelnen:

29.08.2003 DTP: Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten, Impfung
26.09.2003 Zusatzstoffe: Aluminium, Quecksilber, Antibiotika u.v.a.
31.10.2003 Vortrag von Frau Haspelmath: Vollwerternährung nach Dr.
Bruker
14.11.2003 Homöopathische Behandlung von Kinderkrankheiten
12.12.2003 Umgang mit Notfallsituationen

Referentinnen: Sigrid Schatzberg oder Anita Steenweg, Heilpraktike-
rinnen

Treffen jeweils ab 16.30 bei ISIS, Groner-Tor-Str. 12, Göttingen
Interessierte mit und ohne Kinder willkommen
Veranstalter: Selbshilfegruppe Eltern für Impfinformation

Info unter: 0551-5314995 (Schatzberg) oder 0551-838150 (Steenweg)


===> D - 72250 FREUDENSTADT:

"Impfen- Segen oder Fluch"
eine kritische Standortbestimmung
Seminar für Ärzte und Medizinstudenten

Leitung: Andreas Diemer, Arzt für Allgemeinmedizin/ Naturheilver-
fahren, Dipl. - Physiker
Kongress des Zentralverbands der Ärzte für Naturheilverfahren in
Freudenstadt
Montag, 6. Oktober 2003, 16:00 - 17.30 Uhr
Anmeldung und Info unter: ZAEN-Freudenstadt@t-online.de


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[12] So können Sie den Impf-Report unterstützen
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können Sie dies in Form einer einmaligen oder regelmäßigen Spende
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[13] Impressum
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