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                      Der IMPF-REPORT
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Unabhängiger Nachrichtendienst rund ums Impfen Von Eltern für Eltern
1. Dez. 2002                                          Ausgabe Nr. 22
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INHALT:

[1] Zu dieser Ausgabe
[2] USA: Werden Millionen vorsorglich gegen Pocken geimpft?
[3] Geheimdienste warnen vor Terroranschlägen in Deutschland
[4] PEI*: Nebenwirkungen der Pockenschutzimpfung bis zum Tod
[5] Landesgesundheitsamt: "Das Pockenthema muss relativiert werden"
[6] Informationen über Pockenimpfstoffe sind "sicherheitsrelevant"
[7] RKI* bestätigt Beschaffung von 36 Millionen Impfdosen
[8] Pockenimpfstoff: Risiken und Nebenwirkungen
[9] Begriffs- und Abkürzungserklärungen
[10] Rubriken
[11] Impressum


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[1] Zu dieser Ausgabe
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Die Meldungen über die Möglichkeit einer Zwangsimpfung ganzer Bevöl-
kerungsteile durch den wahrscheinlich gefährlichsten aller Impfstof-
fe (Thema 4) im Falle von Pockenausbrüchen könnten widersprüchlicher
nicht sein:

Auf der einen Seite sollen wir Bürger uns keine Sorgen machen, die
Gefahr eines terroristischen Angriffs mit Pockenviren sei wegen der
geringen Ansteckungsgefahr selbst bei einem Ausbruch der Krankheit
sehr gering (LGA* Hannover, Thema 5). Dann wieder heißt es vom Prä-
sidenten des PEI*, Pocken seien "hochgradig ansteckend" (Thema 4).

Einziger Fakt scheint bisher zu sein, daß die Bundesregierung 36
Million Impfstoffe (Thema 7) beschaffte und dafür Hunderte von Mil-
lionen Euro ausgab. Die Herkunft und genaue Zusammensetzung wird
jedoch als eine Art Staatsgeheimnis (Thema 6) behandelt. Angeblich,
damit sich potentielle Terroristen nicht auf diesen Impfstoff ein-
stellen können.

Unangenehme Nebenwirkung dieser Maßnahme: Es ist weder der gefährde-
ten Bevölkerung noch den Ärzten genau bekannt, welche Nebenwirkungen
und möglichen Impfschäden dieser gefürchtete Impfstoff mit sich
bringen kann. Prof. Löwer, Präsident des PEI*, spricht gar von "Ne-
benwirkungen bis zum Tod (Thema 4)."

Ob im Ernstfall Zwangsgeimpfte rechtzeitig einen "Beipackzettel" zu
Gesicht bekommen, darf sehr bezweifelt werden. Fast sollte man mei-
nen, es gebe nur diese beiden Wahlmöglichkeiten: Tod durch Pocken
oder Tod durch die Pockenimpfung.

Daß ungeimpfte Pockenkranke sehr wohl eine Genesungschance haben,
eine Ansteckung auch bei engen Familienangehörigen eher unwahr-
scheinlich ist und die Impfung die Wahrscheinlichkeit von tödlichen
Komplikationen wesentlich erhöht (siehe dazu IR14,6) lesen wir der-
zeit leider nicht in den Presseberichten. Zu den möglichen Nebenwir-
kungen von Pockenimpfstoffen finden Sie einige Internetquellen unter
Thema 8.

Die USA sind unterdessen schon einen Schritt weiter: Dort sollen
500.000 Soldaten und evt. weitere "Millionen von gefährdeten Perso-
nen" demnächst vorsorglich geimpft werden (Thema 2).

Bislang ist keiner der in Frage kommenden Pockenimpfstoffe in
Deutschland zugelassen, und das bekanntlich mit gutem Grund. Ein
Impfstoff könne aber "innerhalb kürzester Zeit zugelassen werden",
so das LGA* in Hannover (Thema 6). Nach welchen Kriterien diese Zu-
lassung im Ernstfall - unter Umgehung des normalen Verfahrens -
durchgepeitscht würde, bleibt offen.

Offen bleibt auch die Frage der Wirksamkeit der Impfung: Das PEI
versichert, die jahrzehntelang gelagerten Impfstoffe seien "voll
wirksam" (Thema 4). Frau Dr. Pfingsten-Würzburg vom Gesundheitsamt
Braunschweig ist sich da nicht so sicher (Thema 5). Schließlich sei-
en diese Impfstoffe aus den 70er Jahren und nicht getestet, da sich
Menschenversuche verbieten.

Ob die Pockenimpfstoffe im Ernstfall überhaupt geholfen haben, wird
- zumindest von den Gesundheitsbehörden - nicht diskutiert. Hier sei
auf das Buch "Impfen - das Geschäft mit der Angst" von Dr. med. Ger-
hard Buchwald verwiesen, der die Nachkriegspockenfälle akribisch
recherchierte - und zu überraschenden Ergebnissen kam.

Einen schönen 1. Advent - bei mir scheint derzeit die Sonne ins
Fenster und lädt zum Spaziergang ein - wünscht Ihnen
Ihr
Hans Tolzin


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[2] USA: Werden Millionen vorsorglich gegen Pocken geimpft?
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Quelle:
Deutsches Ärzteblatt online am 21. Nov. 2002
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=10863

"In den USA könnten bereits in Kürze Millionen Patienten
vorsorglich gegen Pocken geimpft werden. Amerikanische Zeitungen
berichteten, Präsident George W. Bush sei inzwischen "vom Sinn einer
breit angelegten Impfkampagne überzeugt". Amerikanische Ärzte sind
dagegen geteilter Meinung. Die Impfpläne sind Amerikas Antwort auf
die Bedrohung durch Terroristen. (...)"


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[3] Geheimdienste warnen vor Terroranschlägen in Deutschland
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Quelle:
Financial Times Deutschland online am 21. Nov. 2002
http://www.ftd.de/pw/de/1037775751202.html?nv=tn-rs

Terrordrohungen: Deutschland im Visier
Von Anton Notz, Hamburg und Philipp Jaklin, Berlin

"Geheimdienste warnen, dass sich die Anzeichen für einen Terroran-
schlag in der Bundesrepublik mehren. Innenminister Schily und Gene-
ralbundesanwalt Nehm fordern die Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf.
Besonders gefährdet sind nach Ansicht von Experten Ziele mit hoher
Symbolkraft. (...)"


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[4] PEI: Nebenwirkungen der Pockenschutzimpfung bis zum Tod
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Quelle:
Tagesspiegel online vom 21. Nov. 2002
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/21.11.2002/314444.asp

Verwirrung um Pockenimpfstoff
Einsatz gegen Viren nur bei konkreter Gefahr

Von Jörn Hasselmann

"Die für einen möglichen terroristischen Angriff bereitgehaltenen
Impfstoffe gegen Pocken sind voll wirksam. Dies versicherten gestern
Experten der Gesundheitsverwaltung und des Bundesamtes für Sera und
Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut, PEI). Sie widersprachen damit in
Berlin kursierenden Gerüchten und Befürchtungen, dass die Impfstoffe
eine abgelaufene Haltbarkeitsdauer hätten. Auch beim Tagesspiegel
riefen besorgte Berliner an, die dies von ihrem Arzt gehört hatten.

"Diese Ärzte hätten ihren Patienten lieber sagen sollen, dass es
keinen prophylaktischen Pockenschutz gibt oder geben wird", hieß es
beim Paul-Ehrlich-Institut im hessischen Langen: "Kein Arzt kommt in
Deutschland derzeit an den Impfstoff heran." Die von der Bundesre-
gierung beschafften sechs Millionen Dosen - die für 24 Millionen
Menschen reichen - sind allein für den Notfall eines terroristischen
Angriffs mit Pockenviren bestimmt. Gegen eine vorbeugende Impfung
sprechen die massiven, vielfältigen und nach Alter völlig unter-
schiedlichen Nebenwirkungen. "Die möglichen Nebenwirkungen einzeln
zu nennen, würde einen Roman füllen", sagte eine Expertin. "Die ge-
hen bis zum Tod", sagte der PEI-Präsident Johannes Löwer gestern dem
Tagesspiegel. (...)"

Informationen der Weltgesundheitsbehörde im Internet unter:
www.who.int/emc/diseases/smallpox/


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[5] Landesgesundheitsamt: "Das Pockenthema muss relativiert werden"
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Quelle:
newsclick.de vom 21. Nov. 2002
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/970755

"Das Pockenthema muss relativiert werden"

Mediziner schätzen die Bedrohung durch Virenverseuchung gering ein -
Von Impfung wird abgeraten

Von Thomas Parr

"Vorsorge, die nicht wenigen Menschen Angst macht: Die Bundesregie-
rung beschafft Pockenimpfstoff, weil nicht ausgeschlossen werden
kann, dass Terroristen auch Deutschland mit Pockenviren verseuchen
könnten.

Dabei gelten die Pocken seit 1979 weltweit als ausgestorben. Jedoch:
Virenstämme sind noch immer in den Vereinigten Staaten und in Russ-
land unter Verschluss. Experten schließen nicht aus, dass auch der
Irak und Nordkorea über Virenstämme verfügen. (...)"

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[6] Informationen über Pockenimpfstoffe sind "sicherheitsrelevant"
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Quelle:
newsclick.de vom 21. Nov. 2002
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2046/artid/970927

Seuchen-Alarmplan für Angriff mit Pockenviren

Landesgesundheitsamt sieht keinen Anlass zur Panik
Von Thomas Parr

"HANNOVER. Seit 1979 gelten die Pocken weltweit als ausgerottet.
Gleichwohl bereitet sich die Bundesregierung auf einen Terror-
Anschlag mit Pockenviren vor. Dieser gilt zwar offiziell als "un-
wahrscheinlich", dennoch sollen künftig hundert Millionen Impfdosen
vorgehalten werden, um notfalls jeden Deutschen impfen zu können, so
das Bundesgesundheitsministerium.

Wo der Impfstoff, der in Deutschland nicht zugelassen ist und des-
halb hier auch nicht hergestellt wird, herkommt, wie viel Geld dafür
aufgewendet werden muss, das fällt im Bundesgesundheitsministerium
unter das Stichwort "sicherheitsrelevant" und wird nicht beantwor-
tet. (...)"


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[7] RKI bestätigt Beschaffung von 36 Millionen Impfdosen
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(IR) Das RKI bestätigte auf Anfrage die Beschaffung von 35 Millionen
Dosen Pockenimpfstoff durch die Bundesregierung. Davon seien 24 Mil-
lionen konventioneller Impfstoff (auf Kälberhaut produziert) und 11
Millionen Dosen auf Zellkultur hergestellt. Zuständig sei bei wei-
tergehenden Anfragen das Paul-Ehrlich-Institut.


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[8] Pockenimpfstoff: Risiken und Nebenwirkungen
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Uniklinik Frankfurt:
http://www.kgu.de/zhyg/virologie/Pocken.pdf
Baxter (Impfstoffhersteller):
http://www.baxter.de/unternehmen/bioterrorismus/b_p0004.asp
http://www.baxter.de/unternehmen/bioterrorismus/b_p0006.asp

Englischsprachige Links:
http://ohrp.osophs.dhhs.gov/dpanel/dryvax.pdf
http://www.fda.gov/cber/label/smalwye102502LB.htm
http://www.bt.cdc.gov/agent/smallpox/basics/index.asp


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[9] Begriffs- und Abkürzungserklärungen
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PEI: Bundesamt für Sera und Impfstoffe, Langen, u.a. zuständig für
Prüfung und Zulassung von Impfstoffen

RKI: Robert-Koch-Institut, Berlin, Bundesgesundheitsbehörde, u.a.
zuständig für Beobachtung und Vermeidung von Infektionskrankheiten.
Am RKI ist auch die STIKO, die ständige Impfkommission angesiedelt

LGA: Landesgesundheitsamt

IR14,6: IMPF-REPORT Nr. 14, Thema 6


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[10] Rubriken
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---> Internet-Quellen

Bitte geben Sie bei allen Texten, die Sie an den IMPF-REPORT schi-
cken, IMMER die genaue http-Adresse der Quelle an. Zusätzlich bitte
- wenn irgend möglich - die betreffende Webseite als Html-Datei ab-
speichern und als Anhang der Email beifügen.

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[11] Impressum
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Der IMPF-REPORT ist ein in unregelmäßigem Abstand erscheinender E-
mail-Rundbrief von Eltern für Eltern. Alle Texte ohne Gewähr. Irr-
tum und Schreibfehler vorbehalten. Wir fordern unsere Leser aus-
drücklich auf, keiner in diesem Rundbrief aufgestellten Behauptung
kritiklos zu glauben, sondern jede Aussage, sei es pro oder contra
Impfen, sorgfältig zu prüfen! Die Redaktion übernimmt keinerlei Ver-
antwortung für die Folgen gesundheitlicher Entscheidungen, die sich
auf diese Publikation berufen. Bitte ziehen Sie immer rechtzeitig
einen Arzt oder Heilpraktiker Ihres Vertrauens zu Rate.

Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Hans Tolzin

Redaktionelle Mitarbeiter: Hans Tolzin, Claudia Ayaz, Tanja Masocol,
Sonja Houzer, Petra Schweitzer, Daniela Foletti Stofer, HP Jürgen
Bernhardt, Bärbel Engelbertz und andere

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IMPF-REPORT, c/o Hans Tolzin, Dieselstr. 3, 70771 Echterdingen

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